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1x, 2x, 3x und nochmal und nochmal und … PAUSE … nochmal – dann wieder und wieder und nach gefühlten 1.000 und Abertausend mal kommt er – der Schluss-Schrei, der Schrei, der alles erstarren lässt: "Jetzt reicht es mir – jetzt ist Schluss!!!" So eine Unverschämtheit! Ich rede und rede und rede und keiner hört mir zu! Ab ins Zimmer! Jetzt, sofort! Ihr habt jetzt Zimmerarrest!"

... und dann herrscht Ruhe!

Dumm nur, wenn ich eigentlich voll das tolle Programm für die Kinder erarbeitet hatte. Dumm nur, wenn wir alle, FRAU Ka. und ich, die Kinder und sogar noch weitere Mütter und Kinder verabredet waren und jetzt haben die zwei Zimmerarrest und ich habe mir damit einen freiwilligen Mutterarrest eingehandelt. Selber schuld! Wie kann FRAU Ka. auch so doof sein und in ihrem Ärger so voreilig diesen Zimmerarrest aussprechen. Immer diese FRAU Ka. und Ihre voreiligen Schlüsse!

So ist es mir leider schon ein oder zweimal ergangen und ich habe Termine abgesagt, die mir auch sehr viel Spaß gemacht hätten. Meine beiden haben partout nicht gefolgt und in der Konsequenz durften die beiden das Zimmer hüten und ich auf das Haus aufpassen! Denn bin ich in diesem Moment nicht konsequent, dann würden mir die beiden auf der Nase herum tanzen. Drum – Lernprozess für FRAU Ka.: Erst denken, dann handeln! Wenn es ein schmerzhafter Lernprozess ist, lernt auch FRAU Ka. auch schneller!

Ja, ja, die Sache mit der Konsequenz ist so eine Sache für sich. Es nützt leider nichts, die Kinder an der langen Leine zu führen. Wenn ich nicht konsequent die ausgesprochenen Arreste durchziehe, denkt sich gerade mein Söhnchen: "Im Endeffekt kann ich ja eh alles machen, wie ich will und was ich will. Die hält das ja sowieso nicht ein!" Das hat er mir bei Gelegenheit dann auch schon mündlich offenbart und seit dem ist Schluss. Schluss mit der mütterlichen Gutmütigkeit!

Mein Söhnchen gehört zu den ganz Coolen! Zu denen, die bestraft werden und die im selben Atemzug noch den Satz laufen lassen: „Das macht mir doch nix aus!" Aber – wenn es hart auf hart kommt, dann macht es auch meinem Söhnchen was aus. Wenn andere Kinder zum spielen da sind und er darf alleine in seinem Zimmer spielen, dann macht es auch endlich ihm etwas aus. Sie denken ich bin zu hart. Nein – lassen Sie sich davon nicht irritieren er hat es sich meist redlich verdient, das Zimmer hüten zu dürfen!

Jeder Pädagoge oder Erzieher und oder aber eines dieser schlauen Eltern-Ratgeber-Hefte werden mich und meine Meinung darin unterstützen. Heißt es doch immer: "Seien Sie konsequent!"

Erst kürzlich waren wir als Familie in den Sommerferien. Zwei Wochen waren wir unterwegs und eine Woche zu Hause. Mit unserer Tochter hatten wir, FRAU Ka. und Ihr Mann, keine Probleme. Nur unser Söhnchen war wieder mal …

Immer wollte er das letzte Wort haben. Von Nachgeben keine Spur! Immer erster sein, wenn es darum ging etwas zu bekommen und von der Tugend der Geduld wollen wir erst gar nicht reden. Wir haben es viele, viele Male im Guten probiert. Wir haben uns die Zungen wund geredet, Geduld an den Tag gelegt, es immer und immer wieder probiert. Wir haben es 1x, 2x, 3x, 1.000x und nochmals gefühlte 1.000 mal gesagt – es hat alles nichts genutzt. In diesem Punkt waren FRAU Ka., ich und mein Mann und sogar unsere Tochter uns am Ende der Sommerfrischen-Tage einig – dieses Verhalten nervt!

Er hat sich ein paar halbe Vormittage in seinem Zimmer eingehandelt, um in Ruhe über sein Verhalten nachdenken zu können. Was meinem Söhnchen ja Gott-sei-Dank nichts ausmacht. Und soll ich Ihnen was verraten – mir auch nicht!

Ich werde die ruhige Zeit sinnvoll nutzen. Er darf am Vormittag in der Schul- und Kindergarten-freien-Zeit auf sein Zimmer aufpassen, meine Tochter stecke ich zu Oma, Opa, Tante, Onkel, Freund oder Freundin und ich, ich kann in Ruhe arbeiten. 1.000x!