Du bist einfach keine gute Hausfrau
Stellt sich die Frage: „Ist es die Pflicht einer Frau durch Heirat und Kinderkriegen innerhalb weniger Tage, Stunden oder Sekunden oder gar im Moment des „Ja-sagens“ zu der perfekten Hausfrau mutieren zu müssen? Zum Heimchen am Herd, die die besten Braten und Suppen und Kuchen zaubert? Zur ordentlichsten aller Hausfrauen, die die Freuden der Hausarbeit zu schätzen weiß und immer und allzeit bereit alles blitzeblank vom Keller bis ins Dachgewölbe ist? Frauen – verpflichten wir uns dazu?“
„Nein,
nein, nein und nochmals nein!“ FRAU Ka. und ich wir sind hier wieder mal ganz
einer Meinung!
Aber wir Frauen sind doof und ein bisserl naiv und trotz aller Emanzipation lassen wir uns immer und immer wieder von den Männern um den kleinen Finger wickeln. Und die – nicht blöd! – nehmen natürlich nicht nur beide Hände, sondern gleich die ganze Frau als Gesamt-Rundumwohlfühl-Paket. Klar – warum sich nur mit einem Teil begnügen, wenn man doch alles auf einmal haben kann?!?
Unausgesprochen und auf jeden Fall wahr – wir FRAUEN sind besser belastbar! Wir sind multitasking fähig und können einen Haufen Anfragen und „Ich will-Anrufe“ von den verschiedensten Seiten auf einmal bewältigen! Davon können Männer nur träumen!
Aber
zurück zum Thema: „Hausfrau!“ Was für ein Wort! FRAU Ka. unterhielt sich vor
kurzem mit einer ganzen Truppe Mädels über dieses leidige Thema. Eine unter
Ihnen hatte erst vor kurzem eine heiße Diskussion mit ihrem geliebten Gatten zu
dessen Aussage: „Du bist halt einfach keine gute Hausfrau! (… so à la –
trotzdem lieb ich Dich)“.
Ursache dafür war ein Blitzbesuch einer Ihrer neuen Freundinnen, die das Glück
hat mit der Unterstützung einer Putzperle zur Gattung der absolut perfekten
Hausfrauen zu gehören. Egal ob früh morgens, mittags, spät abends oder gar
mitten in der Nacht – in der ihrem Haushalt gibt es keine Unordnung! Kein
Staubkörnchen verirrt sich und eigentlich könnten alle vom Boden essen, so
glitzernd funkelt dieser. Meine Freundin war ein wenigunangenehm berührt, da sie selbst
wieder mal keine Lust hatte, alles blitzend blank zu wienern und die Wohnung
auch nicht astrein aufgeräumt war.
Daraus ergab sich ein abendfüllendes Streitgespräch:
Er zu ihr: „Mach doch einfach einen besseren Job! Wenn du beim arbeiten nicht zufrieden warst, hast Du auch immer was geändert, warum jetzt nicht?“
und
„Du musst deine Prioritäten anders legen! Wenn die beiden (sie hat zwei Mädels im Alter von 1 und 3 Jahren) am Nachmittag schlafen, leg dich halt nicht auch dazu, sondern mach all das wozu du ansonsten den ganzen Tag nicht kommst!“
und
„Räum regelmäßiger auf! Putz nach einem strikten Plan! Alles nur eine Frage der Disziplin!“
Sie zu uns: „Was ich daran nicht verstehe und akzeptiere: Wir hatten vor den Kindern und der Heirat auch schon einen gemeinsamen Haushalt. Wir hatten beide einen Job und waren für uns zwei verantwortlich. Wir haben uns die Hausarbeit redlich geteilt. Dann – kamen die Kinder und wir sind auf einmal – ehe ich mich versehen konnte – im klassischen Alltag gelandet. Ich die Kinder und den Haushalt, er geht arbeiten und wenn er nach Hause kommt, dann kümmert er sich schon noch um die Kinder, aber …
…
Und – ihr werdet sehen, wenn ich wieder zu arbeiten anfange und unsere beiden Kleinen in Zukunft in der Kinderaufbewahrung sind, dann wird es so aussehen, dass ich mir in der Früh die Hacken abrenne um beide Mädels pünktlich an dem jeweiligen Kinderhort abzugeben. Anschließend spurte ich zum arbeiten, was zugegebener Maßen ein klein wenig wie Urlaub sein wird und nachmittags, nach getanem Arbeitstag hole ich beide wieder ab. Gehe einkaufen, kümmere mich um den Haushalt, die Wäsche, das Essen und die Fenster. Gehe noch kurz auf den Spielplatz, treffe Freunde, halte unsere sozialen Kontakte aufrecht, halte beide Omas auf dem Laufenden. Bügle die Hemden und putz das Treppenhaus, wenn wir an der Reihe sind. Und er??? Er kommt weiterhin nach Hause und kümmert sich zugegebener Maßen um unsere beiden Mädels … aber!!!“