Eintrag vom: 20.07.2009
FRAU Ka. hat frei
FRAU Ka. hat frei! Schön! Kinderfrei! Wenigstens achtzehn Stunden ohne Kinder. Ausgehend von heute Abend bis ungefähr morgen Mittag. Dank Oma und Opa! Ein Hoch auf Oma und Opa! Ein Hoch auf die Familie!
Was haben wir früher nur mit all der kinderlosen Zeit angefangen? Was haben wir gemacht? Früher, zwischen sechs und acht Uhr abends? Früher, an Samstagen und Sonntagen und Feiertagen? An Urlaubstagen und an geschenkten Tagen?
Wir haben sie vertrödelt, die kostbare Zeit. Wir haben sie sinnlos totgeschlagen. Immer in dem Glauben vom Arbeiten doch ach so k. o. zu sein. Heute und ich glaube, das kann ich beruhigt sagen, ist mein Tag ungefähr viermal so voll, wie damals.
Heute bleibt nur wenig Zeit, um auf der Couch herumzutrödeln oder gar einen ganzen lieben, langen Tag nur mit Schlafen zu füllen. Heute kann ich unmöglich am Nachmittag den Fernseher anschalten oder ganz ohne Anhang lässig beim Kaffeetrinken und Rauchen im Kaffeehaus angetroffen werden. Heute geht FRAU Ka. spätestens am Nachmittag brav auf den Spielplatz. Zu unseren Freunden, der Rutsche und der Schaukel und dem Karussell. Oder wir fahren Fahrrad mit Stützrädern. Oder wir besuchen eine Freundin meiner Tochter, die sich im selben Alter befindet, damit die Kinder miteinander spielen können und die Mutter wenigstens hier einen Kaffee bekommt. Oder wir gehen zu dritt spazieren. Ich und meine Racker. Zu den Enten vom Grundbach, zu den Lamas, die auch dieses Jahr wieder Nachwuchs bekommen haben oder zu den Eichhörnchen in den Wald.
Fakt ist, heute kümmere ich mich vierundzwanzig Stunden täglich um meine Racker. Fakt ist, für diese beiden bin ich, sind sie in meiner Nähe, immer abrufbar. Allzeit bereit! Zwischen Butterbrot-schmieren und Höschen-hoch-ziehen und Tränchen-trösten und Windeln-wechseln und Streitereien-schlichten, spielen, basteln und Fläschchen bringen. Immerzu zur freien Verfügung. Maximal auf standby.
Der Standby-Modus. Ein Phänomen! Oder hätten sie sich gedacht, dass es möglich ist, über Jahre hinweg immer mit dieser Abrufbereitschaft leben zu können? Möglich, ohne irgendwann an einem Burn-out-Syndrom oder einer plötzlich auftretenden Herzattacke die Segel zu streichen? Ich nicht!
FRAU Ka. ist mit einem ziemlich guten Standby-Modus ausgestattet. Möglich auftretende Fehlfunktionen sind auszuschließen. Will sagen, mein Mutterkörper funktioniert tadellos. Selbst im Schlaf! Wahrscheinlich einer der Gründe, warum mein Söhnchen im Traum noch nicht daran denkt durchzuschlafen.
Wir schlafen. Es ist mitten in der Nacht. Ich träume und schnarche. Auf einmal tauche ich raus, raus aus den Tiefen des Traumes und weiß genau, nun ist es Zeit in die Küche zu gehen, schnellstens ein Fläschchen aufzuwärmen, um dieses meinem Söhnchen im Bett liegend zu geben. Ich wache auf, als würde jemand den grünen An-Knopf auf einer unsichtbaren Mutterbedienung drücken. Ganz automatisch!
Mein Mann hat es da einfacher! Er ist maximal auf Not-Standby. Sprich, sollte der Mutterkörper doch einmal nicht funktionieren, springt der Vaterkörper ein. Ist FRAU Ka. dann auf der Ransch, und beide Kinder beim Vater, schläft mein Sohn durch! Kein Quengeln, kein Weinen, kein Hunger und kein Durst quält ihn diese Nacht. Bei ihm träumt unsere Tochter nicht schlecht und steht auch nicht weinend in ihrem Bettele. Sie schläft durch. Bis morgens in der Früh um sieben. Nicht wie bei mir, bis morgens früh um fünf.
Heute jedoch habe ich frei! FRAU Ka. hat frei und meinen Mutterkörper habe ich mit dem Schreiben dieser Zeilen gerade in den Urlaub geschickt. Heute habe ich sturmfrei! Wie die Bedeutung dieses Wortes sich doch ändern kann! Und wenn beide bei Oma und Opa durchschlafen – dann kann ich sie wenigstens ohne Bedenken wieder dort einquartieren!
Was haben wir früher nur mit all der kinderlosen Zeit angefangen? Was haben wir gemacht? Früher, zwischen sechs und acht Uhr abends? Früher, an Samstagen und Sonntagen und Feiertagen? An Urlaubstagen und an geschenkten Tagen?
Wir haben sie vertrödelt, die kostbare Zeit. Wir haben sie sinnlos totgeschlagen. Immer in dem Glauben vom Arbeiten doch ach so k. o. zu sein. Heute und ich glaube, das kann ich beruhigt sagen, ist mein Tag ungefähr viermal so voll, wie damals.
Heute bleibt nur wenig Zeit, um auf der Couch herumzutrödeln oder gar einen ganzen lieben, langen Tag nur mit Schlafen zu füllen. Heute kann ich unmöglich am Nachmittag den Fernseher anschalten oder ganz ohne Anhang lässig beim Kaffeetrinken und Rauchen im Kaffeehaus angetroffen werden. Heute geht FRAU Ka. spätestens am Nachmittag brav auf den Spielplatz. Zu unseren Freunden, der Rutsche und der Schaukel und dem Karussell. Oder wir fahren Fahrrad mit Stützrädern. Oder wir besuchen eine Freundin meiner Tochter, die sich im selben Alter befindet, damit die Kinder miteinander spielen können und die Mutter wenigstens hier einen Kaffee bekommt. Oder wir gehen zu dritt spazieren. Ich und meine Racker. Zu den Enten vom Grundbach, zu den Lamas, die auch dieses Jahr wieder Nachwuchs bekommen haben oder zu den Eichhörnchen in den Wald.
Fakt ist, heute kümmere ich mich vierundzwanzig Stunden täglich um meine Racker. Fakt ist, für diese beiden bin ich, sind sie in meiner Nähe, immer abrufbar. Allzeit bereit! Zwischen Butterbrot-schmieren und Höschen-hoch-ziehen und Tränchen-trösten und Windeln-wechseln und Streitereien-schlichten, spielen, basteln und Fläschchen bringen. Immerzu zur freien Verfügung. Maximal auf standby.
Der Standby-Modus. Ein Phänomen! Oder hätten sie sich gedacht, dass es möglich ist, über Jahre hinweg immer mit dieser Abrufbereitschaft leben zu können? Möglich, ohne irgendwann an einem Burn-out-Syndrom oder einer plötzlich auftretenden Herzattacke die Segel zu streichen? Ich nicht!
FRAU Ka. ist mit einem ziemlich guten Standby-Modus ausgestattet. Möglich auftretende Fehlfunktionen sind auszuschließen. Will sagen, mein Mutterkörper funktioniert tadellos. Selbst im Schlaf! Wahrscheinlich einer der Gründe, warum mein Söhnchen im Traum noch nicht daran denkt durchzuschlafen.
Wir schlafen. Es ist mitten in der Nacht. Ich träume und schnarche. Auf einmal tauche ich raus, raus aus den Tiefen des Traumes und weiß genau, nun ist es Zeit in die Küche zu gehen, schnellstens ein Fläschchen aufzuwärmen, um dieses meinem Söhnchen im Bett liegend zu geben. Ich wache auf, als würde jemand den grünen An-Knopf auf einer unsichtbaren Mutterbedienung drücken. Ganz automatisch!
Mein Mann hat es da einfacher! Er ist maximal auf Not-Standby. Sprich, sollte der Mutterkörper doch einmal nicht funktionieren, springt der Vaterkörper ein. Ist FRAU Ka. dann auf der Ransch, und beide Kinder beim Vater, schläft mein Sohn durch! Kein Quengeln, kein Weinen, kein Hunger und kein Durst quält ihn diese Nacht. Bei ihm träumt unsere Tochter nicht schlecht und steht auch nicht weinend in ihrem Bettele. Sie schläft durch. Bis morgens in der Früh um sieben. Nicht wie bei mir, bis morgens früh um fünf.
Heute jedoch habe ich frei! FRAU Ka. hat frei und meinen Mutterkörper habe ich mit dem Schreiben dieser Zeilen gerade in den Urlaub geschickt. Heute habe ich sturmfrei! Wie die Bedeutung dieses Wortes sich doch ändern kann! Und wenn beide bei Oma und Opa durchschlafen – dann kann ich sie wenigstens ohne Bedenken wieder dort einquartieren!