08.02.2012
Eintrag vom: 16.03.2009
Die Schweiz, die ist ein schönes Land

Die Schweiz, die ist ein schönes Land

Die Schweiz, die ist ein schönes Land und hat bestimmt einen Haufen schöne Männer! Die Schweiz, die ist ein schönes Land und hat viele hohe Berge und tiefe Täler und dunkle Seen und lebende Gewässer. Die Schweiz, die ist ein schönes Land und steht für Wohlstand und Schweizer Franken, Sicherheit und Ordnung.
Besonders im Straßenverkehr. Wie jeder weiß, ist es in der Schweiz nicht unbedingt ratsam in einen Blitzer zu fahren. Dies kann unter Umständen härter sein, als FRAU Ka. im Nehmen ist.
Welch ein Glück, dass dieser unverzeihliche Fehler nicht mir passierte, sondern meinem Mann.

Wir waren auf dem nach Hause Weg. Von unserem schweizerischen Urlaubstal zurück ins heimische Kleinwalsertal. Wir waren spät dran und unsere Kleinen sollten endlich aus den Kindersitzen raus und in die eigenen Bettchen rein. Wir wollten schnell sein, keine Frage! Leider stellte uns die St. Gallische Verkehrspolizei noch so einige Hürden in den Weg. Umleitungen! Umleitung auf die Autobahn, um über die Grenze nach Österreich rein zu kommen. Umleitung! Ausgeschildert! Umleitung! Abends um neun und komischer Weise war auf den Straßen „rush hour“. Umleitung! Mitten durch die City! Umleitung, Umleitung, Umleitung und vor lauter Schilderwald waren wir auf einmal nicht mehr auf der Umleitungs-Route. Ich – bitte meinen Mann umzudrehen. Er – ist der Meinung wir kommen auch auf diesem Weg dort hin, wo wir hin wollen. Mein Gefühl sagt mir, wir bewegen uns immer weiter und weiter von der schönen heimisch, österreichischen Grenze weg. Nach vielen Kilometern kommt auch mein Mann zu der Einsicht, dass wir falsch sein könnten. Betonung auf „... wir könnten...“!  Dennoch, er dreht um. Wendet das Auto. Wir – fahren die vielen, vielen Kilometer retour. Wir, bzw. mein Mann fährt flott. Wir gelangen erneut in die City. FLASH! LIGHT! BLITZ! Blind! – Was war denn das? Ernüchterung macht sich breit. Ein Blitzer! „Um wie viel warst Du zu schnell?“ „Kann ich nicht genau sagen, aber so zehn drüber müssten es auf jeden Fall sein.“ Wir geknickt. Können jedoch am heutigen Abend nichts mehr dagegen tun, außer mit dem Hoffen anzufangen.

Wieder zu Hause beginnen wir hoffend zu warten. Wir warten darauf, dass nichts in der Post ist. Jeden Morgen von neuem. Wir warten. Eine Woche, zwei Wochen, drei Wochen, ... einen Monat, einen Monat und eine Woche – wir denken auch nach zwei Monaten noch mal dran, lassen die Hoffnung jedoch langsam aber sicher Saat säen. Wir hoffen, dass das Bild unscharf war. Oder aber der Kasten ohne Film, ohne Chip-Karte. Oder aber einem Gendarmen beim besichtigen der Fotos leider der dumme Fehler unterläuft, alle zu löschen. Viele Versionen fallen uns ein und es kommt der Tag, an welchem wir den Flash-Light-Blitz schlichtweg vergessen haben. Der Herbst kommt, Weihnachten mit viel Schnee macht uns besinnlich feiern, das neue Jahr bricht an, der Fasching streift uns nur peripher und schon steht der Valentinstag vor der Tür.
FRAU Ka. überlegt sich des Morgens noch ob dies wohl ein Valentinstag mit Blumen oder aber ohne Blumen werden würde. Vielleicht gibt es diesmal sogar noch eine liebende Überraschung?!?

Welch ein Staunen, als es am Vormittag an der Haustür klingelt. FRAU Ka. zur Haustüre, öffnen, draußen steht der Postbote mit einem gar nicht allzu drohenden Kuvert in der Hand. Allerdings ein Einschreiben. Einschreiben bringen selten wunderbare Dinge! Verwunderung! Unterschrift leisten. Sichtung des Briefleins und – es fällt wir mir Schuppen von den Augen. Die hatten uns nicht vergessen. Die wollten uns zum heutigen Tage noch ein nettes Geschenkle machen. Ein Bußgeld-Geschenkle. FRAU Ka. öffnet den Brief lieber nicht alleine, sondern wartet, bis mittags der Mann nach Hause kommt. Endlich soweit, ich höre den Schlüssel in der Haustüre, steht er kurz danach in der Küche. Mit Blumen!!! Drei rote Rosen! Drei wunderschöne rote Rosen, welche stilvoll in meine Zum-dreißigsten-Geburtstag-Live-Style-Blumenvase passen. Seine Blumen liegen auch auf dem Tisch. Liebevoll habe ich das Kuvert auf seinem Teller dekoriert.

Beide waren wir darauf gefasst, dass es teuer werden würde. Ziemlich teuer. Allerdings sooooo teuer, damit hatten wir nicht gerechnet. Ich will hier nicht von irgendwelchen Summen sprechen – nur so viel, es lohnt sich nicht, in der Schweiz auch nur einen einzigen km/h zuviel zu fahren. Locker hätten wir uns ein dickes Chalet mitten in den Bergen vom Urlaubstal leisten können. Locker hätten wir richtig residieren können, dort, in diesem luxuriösen Bergdorf.
Die Schweizer, und damit bin ich mir sicher, bessern damit ihre Staatskassen auf! Die holen sich das Geld, was sie von den eigenen Bürgern nicht bekommen eben wo anders. Bei nur acht Millionen Einwohnern muss der Staat sich was einfallen lassen, um volle Kassen zu haben. Nichtsdestotrotz, wir werden es verkraften und daraus lernen! Wir fahren auch wieder in die Schweiz, denn die Schweiz, die ist ein schönes Land und irgendwo haben sie ja Recht!

trenner_Frau KA
Frau KA. lässt grüßen ° kontakt ° impressum ° RSS-Feed